Freitag, 10. Dezember 2010

Wildeste Feierei und erste Abschiedstraenen // 3. letzte Woche in K-town

Samstag, 11. Dezember 2010, kurz nach Mitternacht. Ich sitze an einem Tisch, in einem Zimmer, in einem Studentenhaus in Oslo. Der Tisch gehørt mir nicht, das Zimmer gehørt mir nicht und der Laptop mit dem ich diese Zeilen niederschreibe genauso wenig (das erklært auch die norwegischen Zeichen, die uebrigens genau so ausgesprochen werden wie die zu ersetzenden Umlaute). Die Musik, die im Hintergrund bimmelt und trommelt und die "heimelige" Atmosphære in diesem Zimmer vermitteln mir allerdings ein wenig das Gefuehl von Zuhausesein. Weshalb ich hier bin, das erlæutere ich spæter.

Die letzten Tage und Woche waren sehr ereignisreich. Trauriges folgte auf Schønes und umgekehrt. Aber ich beginne da, wo ich beim letzten Mal aufgehørt habe: bei der white T-Shirt Party vor zwei Wochen.

Ziemlich witzig wars, wieder mal. Die grossen Emotionen blieben allerdings wider Erwarten aus. Ich denke, das Zitat von Kerstin triffts am besten: "Weil niemand mit diesen Emotionen umgehen kann, betrinken wir uns." Am Anfang noch etwas verhalten, doch je mehr Bier oder Wein oder wasauchimmer gekippt wurde, desto mehr wurde gekritzelt. Nettes und nicht so Nettes, Lustiges und weniger Lustiges, ernst Gemeintes und nur so daher Gesagtes.


(Roligheden Crew hat sich natürlich schon vorher zum "Vorpsiel" getroffen, damit die Liebsten schon Mal einen Platz gesichert hatten)


Und an diesem Abend enstand auch ein richtiges Foto von unserer Roligheden Crew
(ja... wir waren betrunken, aber ich finds eigentlich auch jetzt noch witzig. Sorry).

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Am darauffolgenden Sonntag, 28. November, wurde ausgiebig ausgeschlafen und dann natuerlich der Abstimmungssonntag verfolgt. Da ich an dieser Stelle keine Lust habe mich aufzuregen und auch keinen Bock auf politische Diskussionen habe, gehe ich auf meine Enttæuschung und mein Unverstændnis zu den Resultaten nicht næher ein. An diesem Sonntag war 1. Advent und es sollte trotz dessen ein besinnlicher Tag werden. Gemuetliches Beisammensein mit Keksen (leckere Spekulatien aus Deutschland, danke and die German girls!) und Tee und dann einen Spaziergang ins Zentrum um den nun reich beleuchteten Weihnachtsbaum vor der Kirche zu betrachten. Die singenden Kinder und den anderen Vorweihnachtstrubel haben wir "leider" verpasst, dafuer gabs einen billigen Cheeseburger fuer hungrige Mæuler und ein paar schøne Erinnerungsfotos (welche auf folgen, hab sie noch nicht gekriegt).

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Die Woche vom 29., also meine zweitletzte Erasmus-Woche und die letzte Woche mit einigen, fuer mich wichtigen Leute, war einfach nur der Hammer! Es fing am Montag an mit einer superspassigen Nacht im Leopold (total runtergekommener Schuppen mit umso mehr heruntergekommener, ekliger, nach allemmøglichen riechender Toilette), wo ab 23.00 Karaoke gesungen wird. Und wir haben gesungen wie die Weltmeister. Drei Bier fuer 100 NOK ist auch eine guenstige Gelegenheit um sich Mut anzutrinken. Wobei ich diesen natuerlich nicht gebraucht hætte; einige Norweger schienen ihn jedoch zu ertrænken.

Der Nachhauseweg war noch nie so amuesant wie in dieser Montagnacht. Mann, mann. Britten, unser (mein) zweitliebster Ami hatte etwas ueber den Durst getrunken (wie gesagt, 100 NOK fuer drei Bier ist ein verlockendes Angebot), weshalb Alva und ich es vernuenftig fanden, uns als seine Begleitung fuer den Nachhauseweg zur Verfuegung zu stellen. Es hat wohl mehr als eine Stunde gedauert fuer den normalerweise ca. 30-Minuten-Weg, da Schneeballschlachten und andere Witzigkeiten ausgetragen werden mussten und einige Leute auch kleine Blasen haben. Trotz anfænglichem Schneehass seitens Britten. Aufgewærmt haben wir uns dann mit einem Nescafe-Instant-Kaffee und witzigen youtube Videos in Brittens Zimmer, die anscheinend nicht so witzig waren, denn Britten ist kurzerhand eingepennt und hat seinen Kaffee auf dem (in Roligheden geklauten!!!) Teppich verschüttet. Das war das Zeichen fuer Alva und mich den Weg nach Roligheden anzutreten. Obwohl Britten noch protestiert hat - er fand, wir sollten doch in seinem Bett schlafen, weil es draussen viel zu kalt sei, und er wuerde sich "somewhere" einen Schlafplatz suchen - haben wir es um ca. 4.30 dann doch nach Roligheden geschafft. Mit einem Portions-Pæckli Schoggipulver in unserer Jackentasche, welches "Opa Britten" uns zugesteckt hatte, damit wir uns aufwærmen kønnen zu Hause... Jøøø :)

Ein paar Impressionen aus dem Leopold:

v. links n. rechts: Alva u ich. Silvi u Brandon. Dodo und Keks

v. l. n. r.: Philipp, Britten u Laura. Kerstin, Tristan u William. Britten

und singen:

Alva und ich singen "I write sins not tragedies" von Panic! At the disco.


Auch wenns viel Überzeugungsarbeit gebraucht hat, auch Dodo singt mit bei Blink 182 (das hätten eig. William und Tristan singen sollen, aber die Röckli waren zu müde und sind vor ihrem Auftritt abgehauen).



Das higlight des Abends: die Spice Girls live in concert :)


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Am Dienstag hab ich mich schick gemacht fuer das Goodbye dinner an der Uni. Wær nicht nøtig gewesen, wie sich rausgestellte, denn es gab nur so was æhnliches wie Milchreis und die meisten anderen sahen eher aus, als wæren sie grad vom Sofa aufgestanden. Jænu. Hat trozdem lecker geschmeckt. Erwartet hætte ich jedoch was anderes - da war ich nicht die einzige - deshalb wurde beschlossen, spæter auf jeden Fall bei Mc Donald`s vorbeizuschauen (nicht, weil wir alle fast food junkies sind, sondern weil es Cheeseburger fuer 10 NOK gibt, falls das jemand vergessen haben sollte).
Das letzte International Pub folgte auf das dinner und wæhrend wir die Præsentationen von Holland, Pakistan usw. verfolgten, knurrte mein Bauch immer lauter. Natuerlich wollte jedes Land zeigen, welch Leckerkeiten (ist doch ein schønes Wort) sie so verzehren und ich konnte auf meinen Cheeseburger kaum noch warten. Bald war es soweit. Njam. Mit etwas "Boden" sind wir dann ins Charlie`s zum wine tuesday (130 NOK fuer eine Flasche Rotwein ist "guenstig") und haben den Abend gemuetlich ausklingen lassen.


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An gewisse Details kann ich mich nicht mehr erinnern... so weiss ich zum Beispiel nicht, was ich am Mittwoch so gemacht hab. Aber wahrscheinlich waren Lianne und ich fleissig und haben zwei Stunden im Spicheren (Fitnesscenter) verbracht. Volles Programm mit Velo, Muskelmaschinen, Stepper und noch mehr Velo. Der Bierbauch muss ja schliesslich weg!
Mittwochabend war schøn. Keine Details nøtig...

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Mittwochnacht sollte auch die einzige Nacht in dieser Woche bleiben, an der nicht gefeiert wurde. That`s Eramus, baby! Aber auch Essen tun wir gern. Deshalb hat Dennis am Donnerstagabend seinen Raclettechæs zur Verfuegung gestellt und wir haben Lianne, Tristan und William bei mir in der Kueche zum Swiss dinner eingeladen. Lots of cheese, damit kønnen Amerikaner und Jamaicaner nicht so gut umgehen, aber auch wir anderen haben uns die Bæuche gehalten nach diesem Znacht. Einfach verflucht gut unser Schweizer Kæse!

so richtig mit Silberzwibäli, Gürkli, Maisli (die sind hier übrigens nicht in Essig eingelegt, sondern einfach in so ekligem Wasser - gar nicht lecker!), Bier (Wein ist zu teuer) und richtiger Thomy Mayo


Aber wie gesagt, feiern darf nicht fehlen, vor allem nicht an einem Donnerstag, wo es 2 for 1 im Harvey`s gibt. Runter in die Stadt (zu Fuss, da viel Schnee und da Lianne kein Velo) und zu Julia in Kristian IV. gate zum Vorspiel. Dann Harvey`s, zum letzten Mal quasi mit allen. Einige sind zu Hause gelieben, da am næchsten Morgen um 9.00 Pruefung (zum Beispiel William, das Røckli, was er aber am næchsten Tag bereute...), die meisten sind aber trotzdem gekommen - wahre Helden. Viel Spass, viele Fotos.


Alva hatte Besuch von einem Freund aus SG, Jonas. Er hat sooo lustig getanzt :)


An diesem Abend sahen wir meistens ziemich betrunken und blöd aus auf den Bildern...


...aber das ist absichtlich blöd :)


Dylan aus Alaska...

...mit seiner Liebsten, Laura, aus Deutschland


Stian (mein Lieblingsnorweger) war der Star des Abends und unser Lieblingsmotiv
Stian mit seiner Freundin Lene (meine Lieblingsnorwegerin)


Britten und ein betrunkener Norweger, der ihm irgendwie an die Wäsche zu wollen schien


Mike goes wild. Immer lustig, wie er mit Lianne mithalten will :)


Meine Partycrew für den Abend: Julia, Lene und Lianne. Aufdemtischtanzen inklusive.


Eine Legende (zumindest für mich und William). Der kleine Asiate, der sowohl DJ im Pir6 ist, wie auch Mädchen für alles und Kassierer im Coop. Ich muss lachen, wenn ich ihn sehe und musste dieses Gesicht einfach auf einem Foto festhalten. Er hat sich ziemlich gewundert...


Nach dem Feiern gabs Cheeseburger und Co. im Mc Donald's. Und dank Eric, unserem Liebings-Mc-Mitarbeiter seit diesem Abend, gabs gratis Pommes Frites und Cola. We love you, Eric! :)

Er hat uns wohl einfach gemocht (besonders Lianne) oder Mitgefühl mit Austauschstudis wegen den viel zu hohen Preisen. I don't know. Aber super wars, ein super Abschluss für einen super Abend.

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Freitag dann Party im 1. floor von St. Olavs. Man erinnere sich an die legendære floor party zu Beginn des Semesters (wild wild wild). Die Party hat in Mike`s Zimmer stattgefunden, der davon nichts wusste und auch nicht anwesend war. Ist egal, in dieser "Kommune" ist man jederzeit herzlich willkommen. Und mit Jubelschreien haben wir Mike willkommen geheissen, als er dann doch eingetroffen ist.
Auch dies war eine suprige Party, mit Wein, Bier, Getanze und (zum Teil komischen) Gespræchen und Spielen.


Kerstin. Joanna aus Frankreich und ich

v. l. n. r.: Sara from Spain, Mike from Alaska, Angela and Roberto from Italy.
Brandon, William, Dodo, Philipp und Joanna


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Am Samstag, dem 4. Dezember, war unsere sunrise tour auf dem Jegersberg angesagt. Auf fb haben sich ueber 20 Leute fuer diesen Event angemeldet und alle fanden es eine super Idee. Als es am Samstagmorgen dann darum ging, sich um 7.30 zu treffen, fanden es die meisten dann anscheinend nicht mehr ganz so toll... Auf einige wenige ist allerdings immer verlass (I love the Roligheden Crew + Lianne + Mike). Dodo hat sich sogar morgens um 6.45 schon auf den Weg gemacht, um sicher puenktlich zu sein und dann musste der arme Tropf 30 Minuten in der Kælte auf uns warten, weil Alva verpennt hat - auch ein wahrer Held.
Leider war es bewølkt an diesem Morgen, aber am Aussichtspunkt angekommen, fuehlten wir uns trotzdem wie Supermænner und - frauen, denn wir sind aufgestanden und haben dem Kater getrotzt! Sehr schønes Erlebnis.

Die Helden. Die Aussicht.

Kurzes Fruehstueck in St. Olavs (danke Silvi und Dørthe!) und dann wieder zurueck ins Bett um Energie zu tanken fuer spæter...

...spæter hiess es dann "Lasagne" bei Alva, selbst gemacht von Kerstin mit Hilfe von Dodo. Das war lecker (ich danke nochmal herzlichst, denn ich hab fast vier Monate auf Lasagne gewartet!). Und wir haben den Boden auch gebraucht, denn um eine echte norwegische "Vorspiel party" zu ueberstehen, braucht man ordentlich Alkohol. War allerdings ziemlich cool bei Ina (eine total nette Norwegerin, die mit mir im Gender & Equality Kurs war und uns alle zu sich eingeladen hat, in ihr sehr schønes Appartment direkt gegenueber vom Polizeiposten).
Die exchange students sind kurz vor halb 12 ausgestrømt - zum ersten Mal nach Langem alle gemeinsam, so dass Ina`s Wohnung nachher praktisch leer war - und hat sich dann einmal mehr im Charlie`s wiedergefunden. Neuentdeckt (danke Dennis, fuers Nichtfruehersagen) sind wir dann einen Stock weiter hoch ins Penthouse (oder so) gegangen, wo ich zum ERSTEN MAL hier richtig gute Musik gehørt habe und somit fast ausgeflippt bin! Wilde Tanzerei, der sich auch der Dodo nicht entziehen konnte. Mitgesungen wurde natuerlich auch ab und zu ("Barbara Strisand dudududududududududduuuu) und somit war diese Samstagnacht - die letzte mit William und Kerstin und Dodo und Lianne und Mike und Dylan und ... - ein voller Erfolg!

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Sonntag wurde gechillt und den zweiten Advent, unbewusst, aber troztdem sehr besinnlich verbracht. Etwas hätt ich fast vergessen: William und Dennis (diesmal mit Verstärkung von Dennis' Mitbewohner Thomas, aus Deutschland) haben ihren letzten "Schwum" absolviert. Das Video und Fotos gibts hier: Crazy people.
Später Spaghettiessen bei Alva mit der Roligheden Crew und der St. Olavs Crew (zu der ghøren: Philipp, Silvi, Laura aus Deutschland und Dylan und Mike aus den USA, wobei Mike leider nicht mehr da war...). Supertoller Abend mit Brownies und Glace als Dessert und Uno (mit Spezialregeln, superlustig) und dem DRS3-Spiel, das umso witziger ist, wenn man es mit Deutschen und Østerreichern spielt, die Schweizerdeutsche Ausdruecke sehr komisch, aber hærzig, betonen.
Leider sind an diesem Abend auch Trænen geflossen...

Trotzdem war es eine rumdum schøne, ereignisreiche Woche. Einfach awesome. Oder (um himym wieder mal ins Spiel zu bringen) LEGENDARY!

Werde euch alle so vermissen...

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