Mittwoch, 20. Oktober 2010

My trip to Malmö & København with Caro

Mein erster richtiger Trip liegt auch schon wieder mehr als zwei Wochen zurück, langsam macht es mir richtig Angst, wie schnell die Zeit vergeht... aber dazu später mehr.


Am Samstag, 2. Oktober hab ich morgens um 7.45 Uhr die Fähre von Kristiansand nach Hirtshals (Dänemark) genommen. Man erinnere sich an den student's ride (free food & drinks), auf dem mir so schlecht wurde... Dieses Mal war ich vorbereitet! Hab mir am Tag vorher so anti-seasick-Pillen gekauft. Gewappnet mit genug zu Essen und meinem Laptop (mit Filmen, die ich mir aus der Bibliothek ausgeliehen hab, gratis!) waren die 3,5 Stunden ziemlich schnell um. Man hat allerdings deutlich gemerkt, dass an diesem Samstag die Schulferien angefangen haben, die Fähre war erschreckend voll mit Familien.

Den Bahnhof in Hirtshals zu finden war nicht schwer, von der Abfahrts-/Ankunftshalle aus führte direkt eine "Röhre" bis zum Bahnhof. Was Jasi allerdings nicht gewusst hat: der Bahnhof ist tiny winy - da hatte es nichts ausser einem Rema 1000 (billiger Lebensmittelladen). Ich habe am Donnerstag total damit gekämpft, all meine Tickets online zu organisieren, die Reise zu planen etc., weil ich teilweise Infos auf norwegischen Seiten finden musste und teilweise auf dänischen - wenn man weder die eine noch die andere Sprache spricht, kann das ganz schön herausfordernd sein. Ich musst alles mit google translate übersetzen... und die Seiten sind teilweise nicht gerade benutzerfreundlich (resp. ausländerfreundlich) aufgebaut - frage mich, ob das bei der SBB auch so ist?!

Langer Reder kuzer Sinn: ich konnte das Ticket für den Zug von Hirtshals nach Kopenhagen nicht vorreservieren, bezahlen und ausdrucken (keine Ahnung warum, evt. geht das nur, wenn man die Tickets früh genug bucht), d.h. ich konnte das Ticket jediglich reservieren und habe einen Buchungscode erhalten. Eigentlich hätte das ganz einfach sein sollen (ist es auch, wie sich später rausstellte): man geht zum Automaten, tippt die Buchungsnummer ein, bezahlt und erhält das Ticket. Das Problem war jetzt einfach, dass der Bahnhof in Hirtshals eben so tiny winy war, dass es da nicht mal einen Automaten gab. Tickets kauft man sich im Zug selbst, mit dänischen Kronen, von denen ich natürlich keine besass. Während der 35 Minuten von Hirtshals nach Hjørring also, wo ich umsteigen musste, sass ich wie auf Nadeln - ich bin ein Schwarzfahrer! - ja, haha, lustig. Überall war gross angeschrieben, dass Schwarzfahren mit einer Busse von 600 Kronen bestraft wird. Zum Glück ist kein Kondütkör augetaucht. Phu.

Der Bahnhof Hjørring war auch nicht sonderlich gross - 3 Gleise - aber immerhin hatte es einen Automaten. Also hab ich die Sprache von dänisch auf englisch geswitcht, meinen Buchungscode eingegeben und wollte bezahlen - hab mir extra vorhin nochmal den Code für meine Kreditkarte nachgeschaut, den ich sonst nie brauche - da ging das einfach nicht. Ich hab es 3 Mal versucht, die Leute hinter mir waren schon ganz ungeduldig, doch es ging einfach nicht. Schwitz, schwitz. "Das kann doch nicht sein?! Hab ich meinen Code falsch aufgeschrieben? Aarrrr..." Also hab ich mich noch mal konzentriert, mich nicht stressen lassen - ja sowas Einfaches wie ein Ticket in einem anderen Land kaufen, kann ganz schön zusetzen - und dabei gemerkt, dass ich mein normales Maestro-Chärtli reingesteckt hatte an Stelle meiner Kreditkarte. Kein Wunder hatte der Code nicht gestimmt. Ich musste ein bisschen über mich selber lachen. Als ich die Tickets dann endlich bezahlt und erhalten hatte, setzte ich mich in den Zug. Zuerst hab ich gedacht, ich hätte mich in die 1. Klasse verirrt, aber nein, das war einfach dänischer Komfort. Schön wars. Ich konnte mein MacBook am Strom anschliessen und mir einen Film reinziehen. Zwischendurch wieder ein bisschen was geknabbert, Musik gehört, die vorbeirauschende Landschaft betrachtet und ein wenig geschlafen. Die knapp sechs Stunden sind vorbeigangen wie im Flug.

In Kopenhagen angekommen hab ich sofort einen Automaten gefunden und ein Ticket nach Malmö gelöst. Ging ganz schnell und unkompliziert, da ich dieses Mal die richtige Karte reingesteckt hatte. Kurz am Kiosk noch was Süsses als Geschenk für die Caro gekauft und dann gings in den Zug nach Malmö. Caro hat mich am Bahnhof schon ewartet - alles hat gut geklappt. Ach ja, für all jene von euch, die nicht wissen, wer Caro ist: Sie studiert mit mir zu Hause and er PHZ und macht gerade ihr Austauschsemester in Malmö, Schweden, wo ich ja eignetlich auch hinwollte...

...und ja, ein Austauschsemester im Malmö stelle ich mir total spannend vor! Es ist echt eine wunderschöne Stadt ganz im Süden von Schweden mit fast 300'000 Einwohnern (kein Vergleich zu meinem kleinen, süssen, langweiligen Kristiansand mit seinen 75'000 Leutchen). Es gibt da total schöne, grosse Parks, eine sehr schöne Altstadt mit ganz viel Charme und es soll da sogar eine underground electro scene geben - NEID! Und natürlich: IKEA. Ich hab natürlich nicht die Zimmer von allen Studis dort gesehen, aber die Caro wohnt auf einem Stock, der ganz neu renoviert wurde, sie ist die erste, die je in ihrem Zimmer hausen durfte. Es ist riesig. Alles neue IKEA-Möbel. Und die Küche ist ausgestattet mit allem, was man braucht: Genug Besteck, Teller, Gläser, Pfannen, Mikrowelle, Wasserkocher, .... Ich war wirklich neidisch, als isch das alles gesehen hab.

Ich wurde bei der Caro erst Mal verpflegt, allen vorgestellt, dann haben wir bei Caro im Zimmer ein Bisschen Wein getrunken - das "ein Bisschen trinken" ist ausgeartet zu einer Zimmer-Party, war ziemlich witzig - und dann sind wir mit den Velos (ich konnte eines Ausleihen von einer Freundin von Caro, die zu Hause geblieben ist an diesem Abend) in die Stadt in einen Club gefahren. Die Getränke in Schweden sind billiger als in Norwegen und die schwedische Krone ist auch weniger Wert (1:7 da, 1:6 hier). Das soll heissen: wir waren ein wenig betrunken. Ausgang in Malmö war witzig, gute Musik zur Abwechslung und der Club hatte ziemlich Charme. Die Typen sind allerdings genau gleich "billig" wie die in Norwegen. Naja. Nach dem Clubbing gabs noch ein lecker Kebab, der wiederum einiges günstiger war, als die hier in Norwegen. Njam.



Am nächsten Tag brauchten wir beide etwas Schlaf um Kräfte zu tanken und dann haben wir uns Nachmittag Malmö angesehen. Zum Glück konnte ich mir wiederum ein Velo ausleihen und so wurde ich auch vom Velo-Zähler registriert - juhuu! Wie isch bereits sagte: Malmö ist wunderschön! Nach dem Sightseeing waren wir toootal hungrig, also haben wir uns für take away pizza entschieden. "Warum nicht einmal auswärts essen und das Geld investieren", hab ich mir gedacht. Ich hab 100 SEK (schwedische Kronen) bezahlt für zwei grosse Pizzen mit gratis Krautsalat inkl. plus Getränk -> 100:7= nicht viel! Und wiederum war ich neidisch...



Sonntagabend haben wir verbracht mit Quatschen und eine Reportage ansehen über Nahtoderfahrungen. Ja, das gab Gesprächsstoff und so sind wir wiederum nicht früh in die Federn gekommen. Am nächsten Tag, Montag, 4.10., sind wir aber brav aufgestanden und mit dem Zug nach Kopenhagen gefahren (ca. 35 Minuten Fahrzeit). Auch Kopenhagen hat mir total gut gefallen und wir hatten Glück mit dem Wetter - strahlender Sonnenschein! Wie touris sind wir rumgelatscht und haben Fotos geknipst. Total Glück hatten wir auch, dass wir auf diese Touri-Velos gestossen sind, wo man einfach ein 20-Kronen-Stück reinschiebt und das Velo ausleihen kann (wie beim Migros-Wägäli). Natürlich mussten wir dazu zuerst Geld wechseln. Und Rumlaufen macht hungrig, deshalb haben wir uns Sushi geholt (Gott, war das Lecker! Und gar nicht mal so teuer) und haben dieses an einem Fluss in der Sonne gegessen. Wunderbar.

Als erste Attraktion wollte ich unbedingt die Hippi-Kommune "Christiania" besuchen. Hab von Leuten davon gehört und mich informiert und fands total faszinierend: http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,644473,00.html. "Hunde an der Leine führen"? - von wegen! Da sind überall Buldoggen rumspaziert. Da gelten KEINE Gesetze. Alles "abgefuckte" Leute. Hush gibts als Kilo-Klotz, Joints in allen Grössen. Essen und Trinken wollten wir da lieber nichts... Viel Müll, interessante Häuser. Auf jeden Fall einen Besuch Wert, denn die Ambience, die dieser Ort ausstrahlt, ist schon ziemlich einzigartig, würde ich sagen. Wenn ihr also in Kopenhagen seid, schauts euch an, es ist auch gar nicht schwer zu finden. Daneben steht eine grosse Kirche und eine Schule... haha, ja wirklich, eine Schule.



Nach Christiania wollten wir noch 2 oder 3 weitere Sehenswürdigkeiten besuchen. Also haben wir uns wieder auf unsere Velos geschwungen und sind rumgefahren. Ich will es nicht unnötig in die Länge ziehen: Kopenhagen ist eine schöne Stadt, die es sich auf jeden Fall lohnt anzuschauen. Was sich allerdings nicht lohnt: The little Mermaid. Wir haben etwa eine halbe Stunde unserer Zeit verschwendet, um die kleine Bit** zu suchen und sie ist einfach nach Shanghai abgehauen. Naja. Auf jeden Fall haben wir sie auf dem Bildschirm gesehen. Und auf der Suche nach ihr eine viel bessere und grössere Mermaid gefunden.

Das Tivoli haben wir nicht besucht, schon alleine der Eintritt ist teuer und wir waren beide nicht in der Stimmung für Vergnügungspark. Dafür sind wir ein Bisschen shoppen gegangen. Dänemark ist günstiger als Norwegen. Habe ein CD-Laden entdeckt, den ich hätte leer kaufen können, aber ich hab mich zurück gehalten. Noch lecker Fallaffel (spelling?) gegessen und dann zurück zum Bahnhof. Mittlerweile hatten wir nur noch ein Velo, das andere wurde geklaut und am Bahnhof haben wir keine "Rückgabestelle" gefunden, also haben wir der nächsten Person ein gratis Velo geschenkt. Jänu. War trotzdem ein super Tag. Und da Rumlaufen und -fahren müde macht, hab ich in dieser Nacht auch gut geschlafen.







Am Dienstag musste Caro früh aufstehen - Sporttag. Und da ich erst um 13.30 Uhr meinen Zug in Kopenhagen Richtung Hirtshals nehmen musste, freute ich mich auf Ausschlafen. Denkste! Durch ein sehr lautes, durchdringendes Bohrgeräusch wurde ich aus dem Schlaf gerissen. Caro hat mir zwar erzählt, dass die teilweise immer noch Renovationsarbeiten erledigen, aber so was hätte ich nicht erwartet. Hat sich angefühlt wie zu Hause, in der Bruchstrasse... Aber nein, ich fand es nicht schön! Und obwhl ich sonst von Malmö wirklich begeistert war, hat mich das so sehr geschockt, dass ich nicht mehr neidisch war auf Caro! Nicht Mal ausschlafen kann die Arme. Ich stand also auf. Wie die vorherhigen Tage, war die Küche ein Chaos, denn Caro teilt sie sich mit 24 anderen Leuten. Kein Platz im Spülbecken, kein Platz im Kühlschrank, der Abfall quillt über, überaller Geschirr. Der Neid war endgültig weg. In Kristiansand kann ich ausschlafen, haben meine super Leute und unsere Küche, welche ich mit 4 Jungs teile, ist immerhin einigermassen sauber und ordentlich und ich hab genug Platz im Kühlschrank.

Noch kurz Verpflegung in Malmö gekauft und Ade Sverige! In Kopenhagen am Banhof hat mich die Lust auf Pommes Frites gepackt, also hab ich die Zeit genutzt für McDonald's - welch Wunder, auch der ist günstiger dort. Die Fahrt zurück nach Hjørring resp. Hirtshals war angenehm. Meistens hatte ich zwei Sitze zu meiner Verfügung, obwohl ich nur einen reserviert hatte, das war schön. Und ja, die Sitze waren erstklassig bequem. Immernoch. Und auch meine Steckdose war frei. Ich hab die Fahrt genossen. Und auch mit den Tickets hat alles geklappt.

Auf der Fähre von Hirtshals zurück nach Kristiansand hatte es zum Glück nicht mehr so viele Leute. Hab mir ein paar Folgen 'how i met your mother' reingezogen und dann etwas Zeit im duty free shop verbracht. Natürlich gabs günstigen Alkohol für mich und günstige Zigaretten für die Sandra. Als ich um Mitternacht in Kristiansand ankam, war ich doch ziemlich froh "zu Hause" zu sein. Allerdings hats geregnet wie in Strömen und ich musste all mein Pagage nach Roligheden hiefen. Zum Glück hat ich mein Velo. Und wie gesagt: ich war froh, zu Hause zu sein.

Das war meine erste Reise, ich war geschafft! War allerdings nur Mittwoch, Donnerstag, Freitag zu Hause und dann gings wieder ab nach Stavanger... aber ich glaube fürs Erste gibt dieser Eintrag genug Lesestoff und ich muss heute auch noch was anderes tun, als Blogeinträge schreiben... Wir haben ein assignment abzugeben in ein paar Wochen für meinen gender & equality course, 7500 Wörter, wir sind eine 3er-Gruppe. Und dann bin ich heute Abend zum Spaghettiessen eingeladen bei den German girls. Ich glaube, dass ich bald Mal einen Eintrag machen muss um euch zu zeigen, mit wem ich hier eigentlich so Zeit verbringe... Sounds like a plan.

Ich wünsch euch eine gute Zeit & sende liebe Grüsse aus dem Norden
Jasi

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